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Challenge Walchsee-Kaiserwinkl

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Walchsee2

Ein goldener Herbst-ideal zum Radfahren, Laufen und teilweise sogar noch zum Schwimmen im See. Soviel Sonne wie jetzt gerade, haben wir den ganzen Sommer nur wenig gesehen.

Als ich mich bereits letztes Jahr für die Anmeldung der Challenge Walchsee-Kaiserwinkl entschied, war mir durchaus bewusst, dass mich gegebenenfalls die gleichen Temperaturen und Wetterverhältnissen  der Premiere 2010 treffen konnten. Dennoch wollte ich unbedingt teilnehmen - zu sehr hatten mich die Bilder von der Landschaft rund um den Walchsee und dessen Umgebung fasziniert. So organisierte ich bereits frühzeitig sowohl die Kinderbetreuung in Form meiner Eltern, als auch die Unterbringung in Reit im Winkl. Die Vorfreude in der Woche vor dem Wettkampf war riesig-

einzig und allein trübte meine Sprunggelenksverletzung in Form einer Weber A Fraktur vom Frühjahr die Erwartung an die Finisherzeit. Ohne Außenbänder auch durch frühere Verletzungen bedingt, war der Fuß inzwischen völlig instabil. Nach den letzten Läufen, die nur noch unter Schmerzen möglich waren, war die Teilnahme, gesundheitlich betrachtet, mehr als fahrlässig und zudem wenig sinnvoll. Dies jedoch war bereits die Teilnahme in Roth gewesen - und so verteidigte ich mich zumindest im Zwiegespräch mit mir selbst immer, auch möglich. Als Arzt verteilt man jederzeit gute Ratschläge, doch wenn es einen selbst betrifft, ist man erstaunlich resistent, was die Einsicht betrifft.

Normalerweise bin ich zu Wettkämpfen immer alleine unterwegs, doch Österreich sollte auch für die Familie ein schönes gemeinsames Wochenende in Form eines Kurzurlaubes werden, und das wollte ich mir ebenso wenig, wie die Challenge entgehen lassen. Die Vorreitungen waren dementsprechend deutlich aufwendiger und das Packen des Autos eine echte Herausforderung. Drei Kinder, sämtliche Wettkampfutensilien samt Rad und natürlich die übrigen notwendigen Dinge, wie Gepäck, Kinderwagen, nicht zu vergessen Tonnen von Spielzeug und Fahrtproviant (Kinder haben unbändigen Hunger und Durst!) wollte untergebracht werden. Glücklich über den Kaufentscheidung eines Vans vor 2 Jahren bekam ich erstaunlicherweise alles untergebracht, auch wenn ich bereits an der Schule der Grossen alles aus- und umpacken musste, nur weil ich auf der falschen Seite den Sitz umgeklappt hatte und ausgerechnet dort der Anschnallgurt für den Sitz in der Mitte auf der Rückbank verstaut war. Die Fahrt verlief bis auf kleine Staus und Streitigkeiten der Kids sehr angenehm und die ersten Berge begeisterten die Kinder enorm. Der Walchsee eingebettet in die Berge entzückte  sie dann komplett. So waren sie am nächsten Tag, dem Wettkampfvortag, auch Feuer und Flamme mit zum Einchecken zu kommen. Während die Kleinste mit den Großeltern einen Freizeitpark besuchte, machte ich mich mit den Grossen auf den Weg an den See - bei unglaublichen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein! Während sie bereits in Bikini/Badehose bereit zum Baden waren, musste ich mich erstmal orientieren, was mir trotz der eigentlich übersichtlichen Größe der Veranstaltung nicht leicht fiel. Die Junior Challenge, die zu der Zeit statt fand, erleichterte dies nicht unbedingt, verstärkte aber die Vorfreude für den eigenen Wettkampf. Das Treffen mit Harald Dreher, dessen Sohn bereits erfolgreich gestartet war, brachte den richtigen Einstieg, auch wenn meine Kinder inzwischen gelangweilt und streitend meine Nerven (und die der Umstehenden) deutlich belasteten. Immer wieder freut es mich ungemein, dass man so viele nette Leute kennenlernt. Auf dem Parkplatz beim Zusammenbau des Rades, beim Abholen der Startunterlagen, beim Einchecken, bei der Pastaparty, egal wo, man kommt immer ins Gespräch und teilt die Vorfreude, tauscht sich aus, genießt gemeinsam das Feeling rund um den Wettkampf. Da die Challenge Walchsee-Kaiserwinkl  im Vergleich zu Kraichgau oder Roth eine eher kleine Veranstaltung ist, kann man es doppelt und dreifach genießen und begegnet den Leuten eigentlich permanent. Wieder wurde mir deutlich bewusst, dass ‚We are family’ nicht nur ein Slogan ist, sondern es wirklich ausgelebt wird. Man fühlt sich wie in einer großen Familie - die Helfer, Athleten und Profis machen da keinen Unterschied und Felix Walchshöfer ist, sehr zu meiner Freude, immer mit von der Partie!

Walchsee

Das Rad war schnell eingecheckt und so blieb meinen Kids und mir reichlich Zeit die hochsommerlichen Temperaturen am See zu genießen. Mit dem Tretboot machten wir uns auf den Weg über den See mit atemberaubendem Blick über den See und die Bergkulisse. Während die Kinder eine Klettereisbergattraktion auf dem See auskosteten, genoss ich die Urlaubsstimmung und beglückwünschte mich zur Teilnahmeentscheidung an der Challenge. Zum Abschluss des Tages kamen wir alle noch in den Genuss des leckeren Essens auf der Pastaparty, bei dem auch die Profis zuversichtlich und mit Vorfreude dem Wettkampftag entgegen sahen.

Am Wettkampfmorgen machte ich mich bereits frühzeitig auf den Weg, um in aller Ruhe die letzten Vorbereitungen zu treffen. Während die meisten Athleten sicher im Ort in einem der zahlreichen Hotels/Pensionen untergebracht waren, war ich froh etwas außerhalb untergebracht gewesen zu sein. Bereits auf der Fahrt hin, passierte ich die ersten Absperrungen der Radstrecke. Die Stimmung am See war bereits grandios und die bekannten Challengelieder bescherten wieder Gänsehaut pur. Während ich von Freunden wusste, dass der See die Tage zuvor morgens in Nebel eingetaucht war, konnte man an diesem Morgen den gesamten See bewundern - völlig unberührt lag er da. Auf dem Weg zum Start im knapp 21 Grad warmen Wasser kam ich an den Startschussausführenden vorbei und konnte nicht anders, ich musste ein Foto davon haben, mit breitem Lächeln auf dem Gesicht versteht sich. Der Start verlief ohne große Drängelei oder Schlägerei, was für mich besonders wichtig ist, da es mir zunehmend in den letzten zwei Jahren die Freude an dieser Disziplin nimmt. Ich schwimme sehr gerne, aber nach Luft ringend, da man brutal unter Wasser geschlagen wird, hat bei mir bei einem Wettkampf ein Trauma hinterlassen, so dass ich eigentlich nur noch am Rand und auch nicht allzu weit vorne an zu treffen bin, was es allerdings nicht erleichtert, wenn man schneller schwimmt, als die vor und neben einem...

Walchsee1

Mit der Schwimmzeit einigermaßen zufrieden machte ich mich auf die Radstrecke. Am Vortag bereits auf wenige ‚Gefahren’ hingewiesen, war ich besonders neugierig auf die Fußgängerunterführung, die man aufrecht sitzend nicht bewältigen konnte. Sie war dann letztendlich unspektakulärer, als ich es erwatet hatte, aber eine witzige Abwechslung. Die Radstrecke ist eine sehr schöne, landschaftlich reizvolle Strecke, die ich vollends genossen habe. Sie wird zwar als anspruchsvoll bezeichnet, aber da ich im Vorfeld bereits hin und wieder die alte Radstrecke des 70.3 Wiesbaden gefahren war, war diese eher flach im Vergleich. Lediglich die Huberhöhe stellte einen schönen Anstieg da, den man zweimal zu bewältigen hat. Während ich bei olympischen Distanzen immer auf die Zeit achte, vergesse ich bei Mittel- oder Langdistanzen immer die Zeit. Wahrscheinlich weil ich von vorneherein mit anderer Einstellung an die Sache gehe. Oft genug ertappe ich mich beim reinen Genießen und eher wenig Wettkampfpower bei der Sache. Auf den letzten Metern fällt es mir meistens wieder ein und so hatte ich auf den letzten Kilometern dann doch noch Ehrgeiz mich mit zwei anderen Mädels laufend gegenseitig zu puschen. Der Wechsel zum Laufen ging trotz Bandagenanlage recht zügig, doch bereits nach wenigen Metern holte mich der Schmerz aus meinem bis dahin rosaroten Wolkenwettkampf auf den Boden der Realität zurück. Bei jedem Schritt schmerzte das Sprunggelenk, so dass ich ernsthaft an den Ausstieg dachte. Ich hatte mit Problemen gerechnet, aber bis zuletzt auf ein Wunder gehofft. So kämpfte ich mich auf der leicht profilierten Strecke Runde um Runde um den See. Während es nach einem sonnigen Start am See doch einige Tropfen auf der Radstrecke regnete, meinte die Sonne auf der Laufstrecke mit aller Kraft den Tag ordentlich ausklingen lassen zu wollen. Erst als ich auf die Idee kam, den Fuß durch Wasser in der Bandage zu kühlen, wurde der Schmerz erträglicher und ich beschloss die letzten Kilometer, mehr humpelnd als laufend, auch noch zu bewältigen. Nicht zuletzt, weil meine Kinder inzwischen zum Anfeuern an die Strecke gekommen waren und ich dies schließlich nur selten genießen kann. Schlussendlich bin ich die schlechteste jemals gelaufene Zeit auf einen Halbmarathon gelaufen und hatte mir damit jegliche Finisherzeitvorstellungen zerstört. Zwar gefinisht, aber mit Schmerzen und völlig unzufrieden mit dem Ergebnis - wie unerwartet auch. Nicht einmal meine Kleinste habe ich mehr gesehen, die bereits über die Absperrung gehalten wurde, um mit mir ein zu laufen. Trotz allem habe ich den Wettkampf sehr genossen. Der Veranstalter, die Helfer, der Veranstaltungsort, das Wetter - einfach alles war grandios und ich ganz bestimmt nicht das letzte Mal dort am Start! Nun heißt es nach der OP, die drei Tage nach dem Start in Österreich erfolgte, Füße stillhalten, damit ich wieder - und dann hoffentlich ohne Probleme - mit von der Partie sein kann. 

Sabine

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